Schon häufiger habe ich auf meinem Blog interessante Menschen vorgestellt. Aus den unterschiedlichsten Bereichen erhalten wir Einblick in andere Welten von Selbständigen, die es geschafft haben.

Auf meine heutige Interviewpartnerin bin ich besonders stolz –
MELANIE MOERTELSchmuckdesignerin aus LEIPZIG.
da wir uns schon sehr lange kennen.

Viel Spaß mit den Einblicken in die Welt der GLASPERLEN-DESIGNERIN Melanie Moertel!

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Martina Berg:
Wie kamst Du auf die Idee, Schmuck-/ Glasperlen-Designerin zu werden? Dies ist in Deutschland doch eher eine sehr ausgefallene Idee. Was war der Auslöser?

Melanie Moertel:
Die Leidenschaft für außergewöhnlichen Schmuck war bei mir schon sehr früh vorhanden. Mein erstes Glas-Schmuckstück habe ich bereits mit 17 gefertigt, damals jedoch noch in der Tiffany-Werkstatt.
(Anmerkung:  https://de.wikipedia.org/wiki/Tiffany-Glaskunst)

Erst 9 Jahre später war ich dann mutig genug, aus dieser Leidenschaft tatsächlich einen Beruf zu machen.

Ich war zu dieser Zeit sehr unzufrieden mit meinem Berufsleben und habe mir  bewusst eine Auszeit genommen, um herauszufinden, wie es für mich diesbezüglich weitergehen soll.

Das hat tatsächlich funktioniert: Eines Tages bin ich aufgewacht und wusste genau, wohin der Weg gehen soll. Und ab da ging dann alles ganz schnell.

Martina Berg: Seit wann zählst Du Dich zu den kreativen Künstlern und welche Ausbildung war dafür nötig?

Melanie Moertel: Kreativ war ich tatsächlich schon immer – als Kind, in der Schule und in meiner ersten Berufswahl als Grafikdesignerin. Den Weg in die Selbstständigkeit habe ich vor genau 12 Jahren gewählt. Früher war die Herstellung von Glasperlen tatsächlich mal ein Ausbildungsberuf und die Perlen waren sogar ein sehr wertvolles und begehrtes Handelsobjekt.

Jedoch wurde Farbglas im Bereich Schmuck immer mehr vom weitaus günstigeren  Kunststoff verdrängt und so ist der Beruf der Perlenmacherin fast komplett ausgestorben.

Weltweit gibt es nur wenige, die diesem Kunsthandwerk nachgehen. Wenn man es also erlernen möchte, ist ein Anfängerkurs auf jeden Fall empfehlenswert. Alles weitere bringt man sich dann am besten autodidaktisch bei oder besucht weitere Aufbaukurse.

Martina Berg:  Soweit ich weiß, gibst Du auch selbst Design-Kurse, sowohl im Inland als auch im Ausland. Du gibst also Dein Know-how, Dein Fachwissen weiter. Welche Kurse sind das? Wer kann daran teilnehmen?

Melanie Moertel: Ich habe in den letzten Jahren tatsächlich sehr viel Zeit im Ausland verbracht. Die Kurse, die ich größtenteils in den USA abgehalten habe, waren an Glasfachschulen für fortgeschrittene Perlenmacher, die genau meine Techniken und Designs erlernen wollten.

Heute bleibe ich lieber etwas mehr in meiner Wahlheimat Leipzig und konzentriere mich auf Einzelkurse – sowohl für Anfänger ohne jegliche Vorkenntnis, aber auch Fortgeschrittene, die sich in einem bestimmten Spezialgebiet verbessern möchten, können bei mir einen individuellen Kurs buchen.

Martina Berg: Wie lange dauert es und wie viele Arbeitsschritte sind
notwendig, um 1 Perle zu kreieren? Kann man das eigentlich mit Stunden
beziffern?

Melanie Moertel:  Das kommt ganz auf die Größe und das Design an. Schicht für Schicht wird nun das Glas um einen Metallstab geschmolzen, wobei jede einzelne Schichten immer erst komplett eingearbeitet werden muß, bevor man die nächste aufbringen kann.

So ist eine kleine einfarbige Perle natürlich viel schneller zu machen, als eine gemusterte große. Meine Regenbogenmurmeln sind ca. 2,5cm im Durchmesser und dafür benötige ich ca. 1 Stunde. Dabei muss man bedenken, dass man in dieser Zeit das Werkstück keine Minute zur Seite legen kann, die Herstellung ist absolute Feinstarbeit und Bedarf vollster Konzentration.

Martina Berg: Jetzt mal so ganz unter uns: Wie stabil ist denn Dein Glasschmuck im Alltag? Sind die Perlen eher zum angucken gedacht oder kann man die auch wirklich tragen? Glas geht doch auch mal kaputt?

Melanie Moertel: Da braucht man sich gar keine Sorgen machen. Tatsächlich ist das ein Vorurteil vieler Menschen, denn man kennt Glas meist als Gebrauchsgegenstand aus der Küche und sicherlich ist jedem schon das ein oder andere Glas runtergefallen und zersprungen.

Im Gegensatz dazu sind meine Perlen aber keine hohlen Gefäße, sondern ganz massiv aus Glas gefertigt. Je dicker Glas ist, umso stabiler ist es – auch das kennen Sie aus Ihrer Küche: Ein dünnwandiges Sektglas geht viel schneller kaputt als ein dickwandiges Wasserglas.

Meine Perlen jedoch sind sogar noch dicker und somit absolut alltagstauglich. Außerdem werden meine Schmuckstücke mit größter Sorgfalt gefertigt und anschließend im Temperofen bei 520 °C ganz langsam abgekühlt, was zusätzlich für größtmögliche Stabilität sorgt.

Martina Berg:  Wo kann man Deinen exklusiven Schmuck bekommen? Sicher hast Du einen online-Shop, soweit ich weiß.

Melanie Moertel: Ich verkaufe meine Schmuckstücke auf der internationalen Handmade-Plattform Etsy (www.melaniemoertel.etsy.com), sowie demnächst auch
auf meiner eigenen Webseite MELANIE MOERTEL
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Martina Berg: In wenigen Wochen ist Weihnachten – bist Du auf speziellen Weihnachtsmärkten mit Ausstellungen vertreten?

Melanie Moertel: Am ersten Dezemberwochenende bin ich in LEIPZIG in der MÄDLERVILLA vertreten. Ansonsten können mich Interessierte auch jederzeit in meinem schnuckeligen Atelier besuchen und direkt vor Ort in Leipzig besondere Weihnachtsgeschenke kaufen.

Martina Berg: Wo kann man Dich live in Deinem Atelier erleben? Wo findet man Dich, wenn man spontan vorbei kommen möchte?

Melanie Moertel: Mein Atelier befindet sich im Leipziger Stadttteil
Leutzsch in der Georg-Schwarz-Str. 89.
Dort bin ich in der Regel täglich von Montag bis Freitag zu finden. In der Vorweihnachtszeit werde ich sicherlich auch die letzten beiden Adventssamstage geöffnet haben. Einfach mal reinschauen – ich freue mich immer auf Interessenten.

Martina Berg: Meine Leserinnen möchten immer wissen, wer hinter einem Label steckt. Was möchtest Du von Dir erzählen? Was sollen meine Leser  unbedingt noch wissen?

Melanie Moertel: Privat gibt es da gar nicht viel Spannendes zu erzählen.
Mein Beruf nimmt mich so komplett in Anspruch, dass für weitere spannende Hobbies oder Macken keine Zeit mehr bleibt.

Aufgewachsen bin in einem kleinen fränkischen Dorf in der Nähe von Nürnberg und habe dort durch den Geigenbauerberuf meiner Großeltern eine große Portion Liebe und Verständnis für das Handwerk an sich mitgebracht. Schon als ganz kleines Kind durfte ich meiner Großmutter dabei zusehen, wie sie die Feinheiten in das Holz einarbeitet. Ich bin sicher, das hat mein Auge für Details geschult.

Martina Berg:
Für meine Leser hast Du Dir noch ein besonders Schmankerl einfallen lassen, eine wunderbare Idee!

  • Gemeinsam verlosen wir eine wunderschöne Kette und ein Armband im Wert von 120,– €

 

Sie müssen nur eine einfach Frage beantworten?

  • Wo kann man Melanie Moertel’s Schmuck käuflich erwerben?
    (kleiner Tipp: die 4 Locations findet ihr auf ihrer Webseite). Unter allen richtigen Einsendungen/Kommentaren wird nach Ablauf der Frist ein Gewinner gelost – FRIST: 06.12.2015

Bitte senden Sie Ihre Antworten E-Mail: Martina-berg@arcor.de
Wir drücken Ihnen die Daumen!

Martina Berg:
Vielen Dank für das überaus interessante Interview und das großzügige Geschenk!

Wir hoffen, dass die Gewinnerin uns ein Foto schickt, wenn sie den Schmuck trägt!

Bis ganz bald,
herzlichst Ihre
MARTINA BERG